Nachfolger der E-Ink Uhr - Seiko präsentiert die weltweit erste EPD-Uhr mit Aktivem Matrixsystem
Die japanische Manufaktur Seiko präsentiert Anfang des Jahres 2011 eine EPD-Uhr mit Aktivem Matrixsystem und Solarantrieb. Im Namen der Uhr, der wie aus einem Science-Fiction-Film entsprungen klingt, steht EPD für Elektrophoretisches Display und bezeichnet die Wanderung elektrisch geladener Teilchen durch einen als Trägermaterial dienenden Stoff in einem elektrischen Feld. Diese Technologie wird auch bei Elektronischem Papier genutzt. Das Aktive Matrix-System verwendet auf dem Uhrendisplay viele winzige Punkte, die, anders als bei normalen Anzeigen, jede mögliche Form an jeder möglichen Position in der Anzeige abbilden können, und das bei einer Auflösung von 300 ppi. Das neue Modell besticht durch die große, klare Anzeige. Diese bedarf nur 1/100stel der Energie, die die gleichgroße Anzeigefläche eines E-Books benötigen würde.
Die flache Solaruhr mit Weltzeitfunktionen ist eine Weiterentwicklung der E-Ink Uhr von 2005. Die E-Ink wurde mit dem „Grand Prix d’Horlogerie de Genève“ im November 2006 ausgezeichnet. Während sich die E-Ink Uhr am ästhetischen Design und einer emotionalen Displaygestaltung orientiert, konzentriert sich die neue Seiko Uhr auf die Vorzüge der EPD-Technologie mit einer optimalen Ablesbarkeit und unendlichen Darstellungsmöglichkeiten. Ihr wieder aufladbarer Speicher ist solarbetrieben, sie verfügt über eine Dunkelgangreserve von bis zu neun Monaten. Zusätzlich besitzt sie einen „Schlafmodus“ – wird die Uhr im Dunkeln gelagert und es wird kein Drücker betätigt, aktiviert sich der Energiesparmodus. In diesem Modus läuft die Uhr über drei Jahre weiter und empfängt das Funksignal, während das Display in den Sparmodus übergeht. Sobald ein Drücker betätigt wird oder die Uhr Licht ausgesetzt wird, „wacht sie auf“ und das Display schaltet auf normale Anzeige.
Die EPD-Uhr wird in drei Ausführungen voraussichtlich ab Februar 2011 bei Seiko Fachhändlern zu erwerben sein.
Technische Informationen
Funkuhr mit Solarantrieb
Kaliber S770
Gangreserve: 9 Monate (41 Monate im „Schlafmodus)
Worldtimer für 32 Städte (Im Weltzeitmodus zeigt das Display Zeit, Datum, den Namen der ausgewählten Stadt, die Zeitdifferenz sowie die Lokalzeit. Die geografische Lage der ausgewählten Stadt wird auf einem Globus durch einen Punkt markiert.)
Signal von 5 Funkstationen auf 3 Kontinenten (in Deutschland, Großbritannien, USA, Japan)
3 Kanal-Alarm
Sound-Demonstrationsfunktion
Automatischer Kalender
Anzeige des Ladezustandes des Speichers
LED Licht
10 bar wasserdicht
Entspiegeltes Saphirglas
Größe: 45.5 x 46.0 mm, Höhe: 9.5 mm
UVP: SDGA001 (Edelstahl): 890,00 Euro
SDGA002 (Edelstahl mit Goldauflage): 990,00 Euro
SDGA003 (Edelstahl mit Titankarbidauflage): 990,00 Euro
Informationen zur EPD-Technologie
80.000 Pixel, jedes davon in vier verschiedenen Schattierungen darstellbar, bieten ein 300 ppi-Display
Seiko ist als einziges Unternehmen imstande, die Active-Matrix-EPD-Technologie in einer Uhr anzuwenden. Jede Einzelinformation der Displayanzeige ist drei Mal feiner als bei herkömmlichen LCD-Uhren. Das System erlaubt zudem die unendlichen Programmiermöglichkeiten zur Darstellung von Ziffern, Texten und Grafiken auf dem Display. So können Größe oder Darstellung von Schriften oder Zahlen je nach Umfang der Informationen, die in einem festgelegten Bereich angezeigt werden sollen, von Seiko programmiert werden.
Das Display weist 80.000 Pixel mit einer Auflösung von 300 ppi (Points per Inch) auf. Jedes einzelne Pixel (Bildpunkt) kann eine von vier Graustufenschattierungen anzeigen.
Unerreichte Energieeffizienz
E-Book-Benutzer wissen, dass Geräte mit großem Bildschirm mehr Energie benötigen und die Energiereserve daher begrenzt ist. Die neue EPD-Uhr kennt dieses Problem nicht. Seiko verringerte den Energieverbrauch, sodass die Uhr nur noch ein Prozent der sonst benötigten Energie verbraucht. Drei Innovationen in den Bereichen der integrierten Schaltkreise und der Hightech-Elektronik ermöglichten dies:
- Ein TFT (Thin-film transistor - Dünnschichtransistor), der die Signale an das Display steuert
- Ein integrierter Schaltkreis mit geringem Energiebedarf zur Steuerung des TFT
- Ein EPD-Treiber zur Maximierung des Potentials der E-Ink-Technologie
Strom wird nur dann benötigt, wenn sich die Bilder auf dem Display ändern.
Großflächige Anzeige
Seikos Uhrendesigner kreierten ein großes Display, welches den vielfältigen Einsatz der neuen E-Ink-Active-Matrix-Technologie ermöglicht. Gleichzeitig sollte die Uhr möglichst leicht bleiben. Seiko gestaltete die Einfassung des Displays mit einem Millimeter so klein wie möglich, wodurch sich der Anzeigenbereich vergrößert. Da die bildgebenden Stoffe des Displays reflektierend wirken, ist das Display bei künstlichem Raumlicht genauso gut ablesbar wie bei hellem Sonnenschein.
Die EPD-Technologie
EPD ist eine Anzeigemethode mit „Electronic Ink“-Technologie. Elektronische Tinte ist ein patentrechtlich geschütztes Material, das für die Integration in elektronische Displays in einen Film eingearbeitet wird. Die Hauptkomponenten der elektronischen Tinte sind Millionen winziger Mikrokapseln, deren Durchmesser etwa dem eines menschlichen Haares entspricht. Eine Mikrokapsel verkörpert dabei ein Pixel. Jede Mikrokapsel enthält negativ geladene weiße Partikel und positiv geladene schwarze Partikel, die sich in einer klaren Flüssigkeit befinden. Wenn ein negativ geladenes elektrisches Feld angesetzt wird, bewegen sich die weißen Partikel an die Oberseite der Mikrokapsel, wo sie für den Benutzer sichtbar werden. Dadurch erscheint die Oberfläche an diesem Punkt Weiß. Gleichzeitig zieht ein gegenüberliegendes elektrisches Feld die schwarzen Partikel zur Unterseite der Mikrokapseln, wo sie unsichtbar bleiben. Durch die Umkehrung dieses Prozesses erscheinen die schwarzen Partikel an der Oberseite der Kapsel, wodurch die Oberfläche jetzt Schwarz erscheint.
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